Transporter mieten: Der komplette Ratgeber
Sie planen einen Umzug, müssen Möbel transportieren oder brauchen ein größeres Fahrzeug für eine Lieferung? In diesem Ratgeber erfahren Sie alles, was Sie vor der Buchung eines Transporters wissen sollten.
Inhalt
- 1. Welcher Transporter ist der richtige?
- 2. Welchen Führerschein brauche ich?
- 3. Was kostet ein Transporter?
- 4. Versicherung und Kaution
- 5. Stundenweise oder tageweise buchen?
- 6. Checkliste vor der Abholung
- 7. Richtig beladen und sicher fahren
- 8. Rückgabe ohne böse Überraschungen
- 9. Häufige Fehler beim Transporter mieten
1. Welcher Transporter ist der richtige?
Die Wahl des richtigen Fahrzeugs hängt davon ab, was und wie viel Sie transportieren wollen. Hier ein Überblick über die gängigen Fahrzeugklassen:
Kleintransporter
z.B. VW Caddy, Renault Kangoo, Opel Combo
Gut geeignet für kleinere Transporte wie Kartons, einzelne Möbelstücke oder Elektrogeräte. Das Ladevolumen liegt bei ca. 3 bis 4 Kubikmetern. Für einen kompletten Umzug reicht das in der Regel nicht aus, aber für den Transport einzelner Gegenstände ist ein Kleintransporter die günstigste Wahl.
Sprinter / Kastenwagen (bis 3,5t)
z.B. Mercedes Sprinter, VW Crafter, Ford Transit
Der Klassiker für Umzüge und größere Transporte. Mit einem Ladevolumen von 8 bis 14 Kubikmetern passen die Möbel einer 1- bis 2-Zimmer-Wohnung in eine Fahrt. Der große Vorteil: Sie brauchen nur einen normalen PKW-Führerschein (Klasse B). Achten Sie auf die Ladehöhe, wenn Sie hohe Schränke transportieren.
7,5-Tonner
z.B. MAN TGL, Mercedes Atego, Iveco Eurocargo
Für größere Umzüge (3+ Zimmer) oder gewerbliche Transporte. Das Ladevolumen liegt bei 20 bis 35 Kubikmetern mit einer Nutzlast von ca. 2,5 bis 3 Tonnen. Viele Modelle haben eine Hebebühne, was das Beladen deutlich einfacher macht. Achtung: Sie brauchen den Führerschein Klasse C1.
LKW ab 12 Tonnen
Für gewerbliche Einsätze und Großtransporte
Diese Fahrzeuge kommen vor allem im gewerblichen Bereich zum Einsatz. Für Privatpersonen sind sie in der Regel überdimensioniert und erfordern den Führerschein Klasse C. Falls Sie so ein Fahrzeug brauchen, sollten Sie sich überlegen, ob ein professionelles Umzugsunternehmen nicht die bessere Wahl ist.
Spezialfahrzeuge
Kühlwagen, Kipper, Pritsche
Für spezielle Anforderungen gibt es Kühlwagen (Lebensmitteltransport), Kipper (Bauschutt, Gartenabfälle) und Pritschenfahrzeuge (sperrige Güter, Baumaterial). Diese Fahrzeuge sind nicht bei jedem Anbieter verfügbar. Auf unserer Übersichtsseite können Sie gezielt nach Anbietern filtern, die solche Spezialfahrzeuge im Angebot haben.
2. Welchen Führerschein brauche ich?
Das ist eine der wichtigsten Fragen, die Sie vor der Buchung klären sollten. Denn wenn Sie am Schalter stehen und der Führerschein nicht passt, wird es teuer.
| Führerschein | Zulässiges Gesamtgewicht | Fahrzeuge |
|---|---|---|
| Klasse B | bis 3,5 Tonnen | Kleintransporter, Sprinter, Kastenwagen |
| Klasse C1 | bis 7,5 Tonnen | 7,5t-LKW mit Koffer oder Plane |
| Klasse C | über 7,5 Tonnen | LKW ab 12 Tonnen |
Wichtig: Wenn Sie den alten Führerschein der Klasse 3 haben (ausgestellt vor 1999), dürfen Sie Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen fahren. Das entspricht der heutigen Klasse C1. Prüfen Sie im Zweifel vorher, was auf Ihrem Führerschein steht.
3. Was kostet ein Transporter?
Die Mietpreise hängen von der Fahrzeuggröße, dem Anbieter und der Mietdauer ab. Hier eine grobe Orientierung:
| Fahrzeug | Pro Stunde | Pro Tag | Pro Wochenende |
|---|---|---|---|
| Kleintransporter | ab 10 € | 30 bis 50 € | 60 bis 90 € |
| Sprinter / Kastenwagen | ab 15 € | 60 bis 100 € | 100 bis 170 € |
| 7,5-Tonner | ab 20 € | 90 bis 150 € | 160 bis 250 € |
| LKW 12t+ | auf Anfrage | ab 150 € | ab 250 € |
Diese Preise sind Richtwerte. Die tatsächlichen Kosten hängen vom Anbieter, der Saison und der Region ab. Dazu kommen oft noch Kosten für Kilometer (meistens 0,20 bis 0,30 € pro km nach den Freikilometern), Versicherung und eventuell Zubehör wie Umzugsdecken oder Sackkarren.
Am günstigsten mieten Sie unter der Woche. An Wochenenden und zum Monatsende steigen die Preise, weil die Nachfrage höher ist.
4. Versicherung und Kaution
Jeder Miet-Transporter ist haftpflichtversichert. Die meisten Anbieter haben auch eine Vollkaskoversicherung im Mietpreis enthalten. Der entscheidende Punkt ist die Selbstbeteiligung: Das ist der Betrag, den Sie im Schadensfall selbst zahlen müssen.
Die Selbstbeteiligung liegt je nach Anbieter und Fahrzeug zwischen 500 und 1.500 Euro. Bei manchen Anbietern können Sie die Selbstbeteiligung gegen einen Aufpreis reduzieren oder sogar auf null setzen. Das lohnt sich besonders, wenn Sie selten größere Fahrzeuge fahren.
Die Kaution wird bei der Abholung blockiert (meist auf der Kreditkarte) und nach der Rückgabe wieder freigegeben. Sie liegt typischerweise zwischen 150 und 500 Euro. Manche Anbieter akzeptieren nur Kreditkarten als Sicherheit, andere auch EC-Karten oder Bargeld. Klären Sie das unbedingt vorher.
5. Stundenweise oder tageweise buchen?
Viele Anbieter bieten neben der Tagesmiete auch eine stundenweise Buchung an. Was sich für Sie lohnt, hängt von der Dauer Ihres Transports ab.
Stundenweise Buchung lohnt sich, wenn Sie nur eine kurze Fahrt machen. Zum Beispiel, wenn Sie ein Sofa vom Möbelhaus abholen oder ein paar Kartons von A nach B bringen. Rechnen Sie aber realistisch: Die meisten unterschätzen, wie lange das Beladen, Fahren, Entladen und Zurückbringen tatsächlich dauert. Planen Sie immer mindestens eine Stunde Puffer ein.
Tagesmiete ist bei einem Umzug fast immer die bessere Wahl. Sie haben keinen Zeitdruck und können in Ruhe arbeiten. Viele Anbieter rechnen einen "Tag" als 24 Stunden ab dem Zeitpunkt der Abholung. Es gibt aber auch Anbieter, die den Tag als Kalendertag definieren (also Rückgabe bis zum gleichen Abend). Fragen Sie vorher nach.
6. Checkliste vor der Abholung
Bevor Sie den Transporter abholen, sollten Sie folgende Dinge vorbereitet haben:
- ✓Führerschein und Personalausweis mitnehmen (beides wird bei der Abholung kontrolliert)
- ✓Kreditkarte dabei haben (die meisten Anbieter brauchen sie für die Kaution, auch wenn Sie bar zahlen wollen)
- ✓Spanngurte und Decken einpacken, falls der Anbieter diese nicht bereitstellt
- ✓Route vorher planen und auf Durchfahrtshöhen achten (Sprinter sind oft über 2,50 m hoch, das passt nicht in jede Tiefgarage)
- ✓Halteverbotszone beantragen, wenn Sie in einer engen Straße be- oder entladen müssen (kostet ca. 20 bis 50 Euro beim Ordnungsamt, spart aber viel Zeit und Stress)
- ✓Fotos vom Fahrzeug machen: Vor der Abfahrt das Fahrzeug von allen Seiten fotografieren, auch den Innenraum. So sind Sie bei der Rückgabe auf der sicheren Seite, falls es Diskussionen über vorhandene Schäden gibt.
- ✓Tankstand prüfen und notieren. Die meisten Anbieter erwarten, dass Sie das Fahrzeug mit dem gleichen Tankstand zurückbringen.
7. Richtig beladen und sicher fahren
Ein falsch beladener Transporter ist gefährlich. Schwere Gegenstände gehören nach unten und möglichst nah an die Vorderachse. Alles muss mit Spanngurten gesichert sein, damit bei einer Bremsung nichts verrutscht.
Überladen Sie das Fahrzeug nicht. Die zulässige Nutzlast steht im Mietvertrag und im Fahrzeugschein. Bei einer Verkehrskontrolle mit einem überladenen Transporter drohen Bußgelder ab 30 Euro, bei starker Überladung sogar ein Punkt in Flensburg.
Falls Sie zum ersten Mal einen größeren Transporter fahren: Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit, um sich an das Fahrzeug zu gewöhnen. Der Bremsweg ist länger, der tote Winkel größer, und das Rangieren auf engem Raum braucht etwas Übung. Nutzen Sie die Seitenspiegel und fahren Sie lieber etwas langsamer.
8. Rückgabe ohne böse Überraschungen
Bei der Rückgabe wird das Fahrzeug zusammen mit einem Mitarbeiter auf Schäden geprüft. Wenn Sie vorher Fotos gemacht haben, können Sie nachweisen, welche Kratzer oder Dellen schon vorher da waren.
Bringen Sie das Fahrzeug pünktlich zurück. Bei verspäteter Rückgabe berechnen die meisten Anbieter zusätzliche Stunden oder sogar einen ganzen Extratag. Und bringen Sie das Fahrzeug sauber zurück: Groben Schmutz oder Reste im Laderaum entfernen. Manche Anbieter berechnen eine Reinigungsgebühr, wenn der Innenraum verdreckt ist.
Der Tank muss auf dem gleichen Stand sein wie bei der Abholung. Falls Sie das vergessen, tankt der Anbieter für Sie nach, aber zu einem deutlich höheren Preis.
9. Häufige Fehler beim Transporter mieten
Zu kleines Fahrzeug buchen
Der häufigste Fehler. Lieber eine Nummer größer nehmen als zwei Mal fahren zu müssen. Die Mehrkosten für ein größeres Fahrzeug sind fast immer geringer als die zusätzliche Mietzeit für eine zweite Tour.
Zu wenig Zeit einplanen
Ein Umzug dauert fast immer länger als gedacht. Planen Sie großzügig und buchen Sie im Zweifel lieber einen ganzen Tag statt nur ein paar Stunden.
Kilometerbegrenzung ignorieren
Manche günstigen Angebote enthalten nur 100 oder 150 Freikilometer. Jeder weitere Kilometer kostet extra. Rechnen Sie vorher aus, wie weit Sie fahren werden, und wählen Sie gegebenenfalls ein Paket mit mehr Kilometern.
Keine Fotos machen
Ohne Fotos von vorher haben Sie bei der Rückgabe keine Beweise, wenn der Anbieter Ihnen einen Schaden anrechnen will, der schon vorher da war.
Zu spät buchen
Besonders an Wochenenden und zum Monatsende sind Transporter schnell vergriffen. Buchen Sie mindestens eine Woche im Voraus, in der Hochsaison (Frühling und Sommer) noch früher.
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